Das Projekt des Frauenhauses Unna wird auf Initiative des Lions Frauen-Club Caelestia in Schwerte gezeigt. Die dringed Botschaft: Gesellschaft und Politik müssen handeln
Die Fotos zu Gewalt an Frauen berühren, sie bewegen. Bei der Betrachtung ist die aufkeimende Wut genauso stark wie das Mitfühlen mit den gepeinigten Frauen, die Wut auf herrschsüchtige und gewalttätige Täter, die meist im heimischen Umfeld Frauen derart verletzen und erniedrigen. Die Ausstellung „Unsichtbar war gestern. Fotografien gegen das Schweigen“ ist auf Initiative des Lions-Frauen Club Schwerte Caelestia im Zuge des Engagements gegen Gewalt an Frauen zum 40jährigen Jubiläum des Frauenforums Unna zu Gast in Schwerte. Die Fotos, die noch bis Ende Mai in der Schwerter Rathaus-Galerie zu sehen sind, zeigen eindringlich die Folgen der männlichen Gewalt gegen Frauen.
Die Bilder sind im Frauenforum des Kreises Unna entstanden. Die Bewohnerinnen des Frauenhauses haben die Szenen selbst entwickelt, mit denen sie ihre Leidens-Geschichte erzählen wollten – einfühlsam begleitet und mit der Kamera festgehalten von Sozialarbeiterin Julia Sedlack-Hetzer. Die Bilder der Frauen erzählen sehr vertraulich mal leise, mal vehement von unermesslichem innerem und äußerem Schmerz. Und manchmal auch ein klein wenig von aufkommender Hoffnung auf endlich einkehrende Besserung mithilfe des Frauenforums, Hoffnung auf ein lebenswertes Leben, das diese Frauen und überhaupt alle Frauen verdient haben.
Die einen werden beim Betrachten der Fotos vielleicht beklemmende Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben entdecken, in anderen wächst die Dankbarkeit für ein feministisches Umfeld. Klar wird jedoch: so etwas darf in unserer Gesellschaft nicht passieren, Gewalt gegen Frauen darf nicht akzeptiert werden.
Das forderte auch Bianca Dausend, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Schwerte, in ihrer Eröffnungsrede. Sie appellierte anhand erschreckend stetig steigender Zahlen von Femiziden und Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen: Gesellschaft und Politik sind aufgefordert hinzusehen und zu handeln.
Lions-Präsidentin Maria Büse-Dallmann bedankte sich für die den Blick öffnende Ausstellung und sicherte dem Frauenforum Unna weiterhin tatkräftige Unterstützung zu. Britta Buschfeld Geschäftsführerin des Frauenforums Unna betonte das überaus große Engagement in Schwerte für ihr Haus und hob auch die gute Zusammenarbeit mit Schwertes Gleichstellungsbeauftragten Birgit Wippermann hervor, die den Aufbau der Ausstellung im Rathaus unterstützt hat.
Hilfe finden von Gewalt bedrohte Frauen unter der Telefonnummer 116 016.






